Meldungen kirchenweit

Di, 24.03.2020Telefonseelsorge: Jeden Tag 24 Stunden Trost und Zuwendung

Foto: Telefonseelsorge

Die Angst der Menschen angesichts der Corona-Epidemie nimmt zu. Immer mehr suchen Zuspruch bei der Telefonseelsorge.  

Ihre Arbeit findet im Verborgenen statt, sie achten strikt auf Anonymität – und sorgen für ein Vollzeitangebot für ratsuchende Menschen. Die speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge arbeiten angesichts der Herausforderungen durch die aktuelle Corona-Epidemie im Volllast-Modus. Jeden Tag gibt es 24 Stunden Trost und Zuwendung unter den gebührenfreien Telefonnummern 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222.

 

In den vergangenen Wochen hat sich die Virus-Bedrohung zum absoluten Nummer-eins-Thema entwickelt. In mehr als 50 Prozent der Gespräche geht um die Sorgen und Ängste im Zusammenhang mit der Corona-Problematik, berichtet Christhild Roberz. Die Diplom-Theologin und Transaktionsanalytikerin leitet die Telefonseelsorge-Stelle in Wilhelmshaven, wo mehr als 30 ehrenamtlich tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im regelmäßigen Einsatz sind. Sie gehören zu einem bundesweiten Netzwerk von etwa 7.500 Telefonseelsorgern in 105 über ganz Deutschland verteilten Orten.

 

Die Corona-Herausforderung hat zu einem deutlichen Anstieg der Anruferzahlen geführt. Derzeit rufen etwa 50 Prozent mehr Menschen bei der Telefonseelsorge an als an durchschnittlichen Tagen in den zurückliegenden Monaten. Das hat dazu geführt, dass in einigen Stellen das Gesprächsangebot vergrößert wurde und mehr Telefone besetzt wurden.

 

Über die Sorgen und Nöte der Anrufer meint Christhild Roberz: „Allgemein kann man sagen, dass es die Angst vor dem Unbekannten ist, die die Menschen umtreibt. Keiner von uns weiß ja, was auf ihn oder sie und die ganze Familie zukommt. Wie schlimm wird es werden? Wie lange wird es dauern?“ Noch größer als die Sorge um die eigene Gesundheit  sei die Angst vor sozialer Isolation, vor Einsamkeit und die Ungewissheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie.
 
Die wichtigste Hilfe der Telefonseelsorge bestehe darin, den Menschen zuzuhören und ihre schwierige Situation zu erfassen. Roberz: „Wir nehmen Anteil an ihrem Schicksal und ihren individuellen Sorgen. Anschließend kann bei Bedarf überlegt werden, ob und auf welchen Wegen Besserung erreicht werden kann.“

 

Die Erfahrung am Telefon sei, dass schon das Gespräch selbst häufig deutliche Linderung bringe, weil man von einem anderen Menschen  verstanden worden sei und sich nicht mehr so einsam und allein fühle. Deshalb, so Christhild Roberz, seien alle Anrufer willkommen: „Nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf! Das geht übrigens nicht nur per Telefon, sondern auch per Mail oder per Chat.“

 

Fakten über die Telefonseelsorge:
Die Telefonseelsorge ist eine bundesweite Organisation. Rund 7.500 umfassend ausgebildete ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit vielseitigen Lebens- und Berufskompetenzen stehen Ratsuchenden in 105 Telefonseelsorge-Stellen vor Ort zur Seite.

 

Träger der Telefonseelsorge sind die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland, die evangelische Kirche (www.ekd.de; www.diakonie.de) und die katholische Kirche (www.dbk.de).

 

Seit 1997 unterstützt die Deutsche Telekom AG die Telefonseelsorge. Die Deutsche Telekom AG trägt sämtliche Gebühren für die unter den beiden Sonder-Rufnummern geführten Telefongespräche.  
 
Erreichbar ist die Telefonseelsorge unter. 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 und im Internet unter www.telefonseelsorge.de. Dort wird auch Chat- und Mailberatung angeboten.

 


Hinweis zur inhaltlichen Verantwortung

Inhaltlich verantwortlich für die hier angezeigten Meldungen ist die Pressestelle der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg. Bei Hinweisen und Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

  • RSS
  • Zum Seitenanfang
  • Seite drucken